Zacharias von Neuhaus
Geboren 1526 (1527?) in Neuhaus, verstorben am 4. Februar 1589 in Teltsch. Renaissance-Adeliger, Herr über Teltsch.
Nach dem frühen Tod seines Vaters Adam I. von Neuhaus wurde Zacharias gemeinsam mit seinem Bruder Joachim im Jahr 1549 für volljährig erklärt (mit 23 bzw. 22 Jahren!) und nahm im Folgejahr seinen Teil des väterlichen Erbes an (Teltsch, Zlabings, Königseck, Tremles und Rozkoš). Im Jahr 1564 nahm er an einer Adelsreise nach Italien teil um den neuen Böhmischen König Maximilian II. in seinem Amt zu begrüßen. Danach hielt er sich beinahe nur noch in Teltsch auf obwohl er noch weitere Ämter ausübte (Beisitzender des Mährischen Landesgerichtshofs 1558-67, mährischer Oberstkämmerer 1573-87, Landeshauptmann 1567-73, Vizehauptmann 1573, 1580-88).
1553 heiratete er Kateřina von Waldstein, die als Mitgift u.a. Polna, Primislau, Ronov und Borová in die Ehe mitbrachte. Nach ihrem Tod heiratete er 1571 seine zweite Frau Anna von Schleinitz. Aus der ersten Ehe hatte er bereits den Sohn Menhart (dieser starb bereits 1579), aus der zweiten Ehe die Tochter Kateřina, die später mit Ladislav Berka von Dubá verheiratet war. Zacharias musste 1573 krankheitsbedingt seine öffentliche Arbeit zurücklegen. Er starb nach langem Leiden 1589.
Schon damals konnte er allerdings die schönen Früchte seiner Arbeit sehen, vor allem in Teltsch und Umgebung. Es gelang ihm die wirtschaftliche Entwicklung seiner Herrschaft, für damalige Zeit auf hohem Niveau, positiv zu beeinflussen (Teichwirtschaft, Herrenhöfe, Landwirtschaft, Zentralverwaltung mit fähigen Experten und Beamten). Unter diesen Maßnahmen kam es zu keiner Verschlechterung der Lebensbedingungen der Untergebenen, im Gegenteil, ihre Pflichten waren sehr mäßig. Das zerfallende und daher nicht mehr funktionierende Spital siedelte er vom Zentrum in die „Altstadt“ um, wo eine für damals sehr zweckmäßige moderne Einrichtung für bedürftige ältere Stadtbürger entstand.
Die wirtschaftlich solide Zentrale ermöglichte einen außergewöhnlichen künstlerischen und architektonischen Aufschwung der Stadt (Fertigstellung des Renaissance-Umbaus und –Zubaus des Schlosses inkl. wertvoller Einrichtung, fortschreitender Umbau des Stadtplatzes mit den ersten Renaissance-Giebeln vor allem an den Häusern der Beamten und Baumeister). Zacharias von Neuhaus hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Teltsch Ende des 20. Jahrhunderts zu einer bedeutenden Stadt wurde, die in die Liste des Kultur- und Naturerbes UNESCO eingetragen ist.
(Beringer, Janoušek: Město a panství ... (Stadt und Herrschaft…), Teltsch 1891, Seiten 17-19; Tiray: Vlastivěda moravská, Telecký okres, (Mährische Heimatkunde, Teltscher Bezirk) Brünn 1913, Seiten 106-112)
(em)
Übersetzung: Zdenka Weickmann










