Franz Moritz Nágl
Geboren am 28. Mai 1889, Kirchmyslau (Kostelní Myslová), Bezirk Iglau (Jihlava); gestorben 1944, Auschwitz (Polen); akademischer Maler
F. Nágl absolvierte in Teltsch fünf Jahre Realschule, besuchte ab 1905 die Künstlerisch-technische Schule in Prag und studierte danach von 1909-1912 an der Prager Malerakademie bei Prof. Hanuš Schwaiger. Danach lebte und arbeitete er in Teltsch. Er malte die mährische Landschaft und seine Umwelt, in der er lebte. Er stellte bei zahlreichen Ausstellungen mährischer Maler aus. Im Dezember 1919 stellte er in Brünn ein Aquarell-Zyklus aus, welches vor allem Motive aus Brünn zeigte. Ab und zu nahm er an Ausstellungen des SVU Mánes (Verein bildender Künstler in Göding (Hodonín)) teil, vor allem mit Motiven von Kirtagen. Im Jahr 1933 stellte er in Prag sein Aquarell „Markt am Dominikanerplatz in Brünn“ (Trh na Dominikánském náměstí v Brně) aus. Eine Gesamtausstellung hatte er im Mai 1937 im Kunsthaus in Mährisch Ostrau.
Am 22. Mai 1942 wurde er mit seiner Frau Vlasta, seiner Tochter Věra, seinem Sohn Miloslav und weiteren teltscher Juden nach Theresienstadt (Terezín) deportiert. Dieser mittlerweile sehr reife Maler hielt die Tragödie, die er dort erleben musste, in Bildern fest. Seine 254 Bilder, die er dort schuf und welche auf einem Dachboden in Theresienstadt eingemauert wurden, wurden 1950 entdeckt und gerettet. Die Arbeit auf diesen Leinwänden war ihm eine Stärkung und Trost. All diese Bilder wurden 1951 im prager Museum „Mánes“ ausgestellt.
F. M. Nágl wurde am 28. Oktober 1944 mit dem Transport Nr. 1351 nach Auschwitz gebracht und kam nie mehr zurück. Sein Werk erzählt allerdings noch heute über die Grauen des Faschismus. Viele seiner Werke aus der Vorkriegszeit schmücken die Wände einiger teltscher Haushalte und bedeutender Institutionen.
(P. Toman: Neuer Lexikon tschechoslowakischer bildender Künstler (Nový slovník československých výtvarných umělců), Prag 1936, Seite 474, „Věstník ŽNO“ Nr. 5/XIII, 1951, Postum-Ausstellung von F. M. Nágl und Ausstellung der Bilder aus dem Theresienstadt-Ghetto) (zk)
Übersetzung: Zdenka Weickmann
VLOŽIL: Terezie Veselá (31.05.2012)










