Häuser am Stadtplatz

Der Stadtplatz ist von malerischen Häusern mit Giebeln und Durchgängen umrahmt und seine Größe ist ungefähr gleich wie bei der Stadtgründung. Damals handelte es sich um gotische Häuser mit charakteristischen Maßen (die Breite auf der Platzseite betrug im Schnitt 8-10m, die Tiefe um die 30m) und charakteristischer Anordnung des Erdgeschoßes sowie des 1. Stocks.
Folgende Merkmale wurden bei den meisten Häusern trotz zahlreicher Umbauten bis heute erhalten: Vom Platz aus betrat man durch ein großes steingemauertes Tor (bei manchen ist sogar der gotische Spitzbogen erhalten – Nr. 8, 49, 59 usw.) den gewölbten Vorraum bzw. Halle, die ca. 2/3 manchmal auch die gesamte Breite und unterschiedliche Tiefe des Hauses einnahm. Von diesem Raum aus, der ursprünglich für das Handwerk, Handel oder Bierverkauf genutzt wurde, betrat man über die Treppen den ersten Stock, den Keller und durch einen Tunnel den Hof.

In der Mitte des 15. Jahrhunderts wurden den meisten Häusern am Stadtplatz nach einem einheitlichen Plan Arkadengänge und ganze Frontseiten mit Giebeln vorgebaut. Die Arkaden, Fassaden und Giebeln wurden individuell erstellt, manche Fronten wurden im Laufe der weiteren Jahrhunderte umgebaut, sodass den Renaissance-Charakter nur manche von ihnen behielten. Die meisten Fassaden und Giebeln tragen Merkmale des Barocks, manche auch späterer architektonischer Stile. Besondere Beachtung verdienen die Bürger-Häuser (in der Reihenfolge vom Schloss aus rund um den Platz):


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Jesuiten-InternatNr. 2 – das Gebäude des ehemaligen Jesuiten-Internats
wurde an Stelle des ehemaligen Friedhofs, der sich früher um die Kirche St. Jakob erstreckte, erbaut. Auch der Wassergraben reichte bis zu diesem Platz. Anfang des 16. Jahrhunderts wurden auf diesen Parzellen drei Häuser für Herrschaftsangestellte erbaut. Im Jahr 1651 kaufte Maria Franziska Theresia Slavata geb. Gräfin von Meggau diese Grundstücke und ließ hier in den Jahren 1651-1655 das Jesuiten-Internat errichten, welches dem jesuitischen Studium diente und ein Ort für die Dritte Probezeit war. In den 119 Jahren des Ordens in Teltsch lebten mehrere Tausend jesuitischer Novizen in diesem Internat. Nach der Abschaffung des Ordens im Jahr 1774 diente das Gebäude ca. 100 Jahre als Kaserne. Ab dem Jahr 1833 wurden die Bürgerschule und die Grundschule, in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts die Mittelschule angesiedelt und momentan befindet sich hier das Universitätszentrum der Masaryk-Universität Brünn.
Das Erdgeschoß des Gebäudes hat ein Kreuzgewölbe, von der ursprünglichen Fassade wurde nur das Portal mit der Jahreszahl 1654 erhalten. Zur markantesten Beschädigung der Fassade kam es bei den Umbauarbeiten im Jahr 1906, wo in Richtung „Kyptovo náměstí“ eine figurale Sgraffitodekoration nach einer Zeichnung von V. Hubschmann angebracht wurde. Die Sgraffiti stellen Ottokar II. Přemysl mit der Gründungsurkunde der Stadt Teltsch und Johann Amos Comenius dar.
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Nr. 3 - JesuitengymnasiumJesuiten-Gymnasium

Der älteste Beleg über den Eigentümer dieses Hauses stammt
aus dem Jahr 1540. Die Jesuiten errichteten hier 1673
ein lateinisches Gymnasium und ließen das Haus 1703
für Schulzwecke umbauen. Das Jesuitengymnasium wurde
1774 von der Hauptschule abgelöst und 1852 entstand hier
die erste Realschule in Mähren mit tschechischer
Unterrichtssprache. Heute befindet sich in dem renovierten
Haus eine Außenstelle der Höheren technischen Schule Prag
(České vysoké učení technické Praha).

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RathausNr. 10 – Rathaus
Das massive Gebäude entstand durch die Verbindung zweier gotischer Häuser.
Erste Nachrichten über das Rathaus stammen aus dem Jahr 1443. Dass hier schon ein Rathaus existierte belegt eine weitere Nachricht aus dem Jahr 1499, in der steht, dass die Frau des Schreibers durch einen unglücklichen Zufall das Rathaus und mit ihm die meisten tagenden Schöffen in die Luft jagte. Das ursprüngliche Rathaus wurde inklusive Listen und Stadtbücher vermutlich zwei Mal durch Feuer zerstört. Beim Neuaufbau rückte das Gebäude Näher zur Platzmitte und die Säulen der Laubengänge wurden durch starke Pfeiler ersetzt.
Das Äußere ist mit Quader-Sgraffiti geschmückt, welches 1953 restauriert wurde. Vom ursprünglichen Gebäude blieb im Erdgeschoß – im ehemaligen Vorraum – eine spätgotische Säule erhalten, was ihre Schraubenform beweist. Gegen Mitte des 18. Jahrhunderts wurde das gesamte Objekt im Barock-Stil umgestaltet. Neben dem Eingangstor ist ein eisernes Maß eines Klafters (=6 Fuß) und einer Elle und die Markierung der Stadthöhe 522,5 m ü.M. angebracht. An der Frontseite ist im Arkadengang eine Tafel eingesetzt, die an die Eintragung der Stadt in die UNESCO-Liste im Jahr 1992 erinnert. Das Interieur des Rathauses wurde oft für den Bedarf des Amtes umgestaltet und umgebaut. Den Festsaal schmücken das Bild „Gerechtigkeit“ aus dem ursprünglichen Mobiliar und eine Tapisserie aus den 1960er Jahren nach einem Entwurf des akademischen Malers Bohumil Krátký.

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Nr. 15
Nr. 15 – Die Fenster des bürgerlichen Eckhauses mit Erkern sind im Erdgeschoß sowie im ersten Stock von gotischem Stein-Mauerwerk umgeben. Die Fassade schmückt eine Sgraffitodekoration mit biblischen Motiven aus der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts. Diese war lange Zeit überdeckt und wurde 1952 neu entdeckt und restauriert. Die Sgraffiti zeigen Szenen der Kreuzigung, Saul und David, die Gerechtigkeit usw., sowie die Darstellung des Hauses mit einem Attikageschoss und einer Zinne.

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Nr. 32

Nr. 32 – das Haus ragt in den Stadtplatz und hat eine spätbarocke Fassade, die um 1800 entstand.
Im Jahr 1655 wurde das Haus von der Obrigkeit gekauft um hier eine Küche
für die höheren Beamten zu errichten.
Am Gründonnerstag wurde hier süßer Brei an die Armen verteilt.
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Nr. 39
Nr. 39 – ein massives Renaissance-Haus
mit einer Barock-Fassade. An der Seitenmauer ist
eine Tafel angebracht, die an den Dichter
Otokar Březina erinnert, der hier in den Jahren
1883-1887 lebte.

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Nr. 47
Nr. 47 – das Haus mit einer erhöhten Kulisse diente ursprünglich als Bierbrauerei und wurde 1807 zu einer zweijährigen Mädchenschule umgewandelt. Im Jahr 1863 wurde für die höhere Industrieklasse ein Stockwerk zugebaut und die Treppe neu gestaltet. Während des Umbruchs des 19. und 20. Jahrhunderts diente dieses Haus als Firmensitz des Emil Šolc-Verlags.

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Nr. 48Nr. 48 – dieses Haus wurde im 18. Jahrhundert
umgebaut, hat einen einfachen Volutengiebel
und ein antikes Dachbodenfenster.

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Nr. 54 und 55
Nr. 54 und 55 – Renaissance-Häuser, die Fronten
sind mit einem Attika-Halbstock mit einer gezackten
Zinne abgeschlossen. Beide Fassaden sind
mit Renaissance-Sgraffiti geschmückt.

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Nr. 57Nr. 57 – Renaissance-Haus mit barocker Hausfront.
Die bildhauerische Gestaltung des Giebels
- zwei Engel-Paare und zwei Wasen inkl.
Immaculata-Relief im mittleren Bereich des Giebels,
wird Kaspar Ober zugeschrieben.
________________________________________Nr. 59

Nr. 59 – Die typischste barocke Hausfront aus dem zweiten Viertel des 18. Jahrhunderts, bei der aus der Fassade ein gehämmertes Kreuz ragt. Diagonal gedrehte Pilaster reichen von der Basis der Säulen bis zur Spitze des Giebels und sind durch eine Vase abgeschlossen. Das antike Dachbodenfenster ist besonders gekonnt ausgeschnitten.

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Nr. 61Nr. 61 – dieses Haus wurde im Jahr 1532 vom Bäcker Michal
erworben, der später Bürgermeister der Stadt wurde. Er ließ
das Haus 1555 umbauen und vermutlich von den Künstlern,
die am Schloss arbeiteten, mit Sgraffiti von 11 alttestamentarischen
Kriegsführern schmücken (Pharao, Adonia, Aza, David, Goliath,
Saul, Serach, Sanherib, Nebukadnezar, Holofernes, Antiochos).
Das Sgraffito wurde erst 1953 bei Renovierungsarbeiten
wiederentdeckt. Oberhalb des Fensters am Giebel steht
die Jahreszahl 1555.


________________________________________Nr. 62

Nr. 62 – im Haus ist ein Teil der steinernen Einfahrt
zur ursprünglichen Schmiede erhalten, die Decke
im Vorraum ist reichlich geschmückt. Zum Inventar des Vorraums gehört
ein altertümliches sagenumwobenes Kreuz. Das Haus beherbergt
seit dem Jahr 1833 unterschiedliche Sparinstitute.

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Nr. 71
Nr. 71
– ursprünglich waren hier herrschaftliche Speicher aus dem Jahr 1576 als Bauteil des Schlosses. Später beherbergte das Gebäude verschiedene Ämter. Heute befinden sich hier die Stadtbücherei und die Kunstschule (ZUŠ). Der Kammer-Saal im hinteren Trakt des Hauses steht der Schule und Öffentlichkeit zur Verfügung.

An einer Reihe der Säulen, die die Arkadengänge stützen findet man in Stein gemeißelte Schilder mit Handwerkszeichen.




Übersetzung: Zdenka Weickmann

VLOŽIL: Jana Nováková (08.10.2012) , UPRAVIL: Jana Nováková (09.01.2019)
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